Klang-Safari begeistert Besucher – Tag der offenen Tür ein voller Erfolg

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung öffnete der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim am vergangenen Wochenende seine Türen und lud zur außergewöhnlichen „Klang-Safari“ ein. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, einen lebendigen Einblick in die Welt der Spielleutemusik zu erhalten – mit großem Erfolg.

Im Proberaum des Vereins erwartete die Teilnehmer eine spannende Entdeckungsreise durch die vielfältige Instrumentenwelt. Von der Triangel über Stabspiele bis hin zu verschiedenen Trommeln konnten große und kleine Gäste das Schlaginstrumentarium hautnah kennenlernen. Besonders beliebt war die Station der Fanfaren: Hier durften Kinder selbst eine Fanfare zusammenbauen und deren eindrucksvollen Klang erleben. Auch die Spielmannsflöten sorgten für Begeisterung – die Teilnehmer erfuhren nicht nur, wie Melodien entstehen, sondern auch, wie sich Töne durch unterschiedliche Rohrlängen verändern. Abgerundet wurde die Klang-Safari durch die Fahnenschwinger, die mit eindrucksvollen Würfen und Figuren faszinierende Einblicke in ihre Kunst boten.

Ein besonderes Highlight: Alle Besucher konnten die Instrumente selbst ausprobieren und so eigene Klangerfahrungen sammeln. Zum Abschluss der erfolgreichen „Expedition“ erhielten die Teilnehmer eine Urkunde als Erinnerung an ihre musikalische Reise.

Auch musikalisch hatte der Tag der offenen Tür einiges zu bieten. Zur Eröffnung begeisterte der Fanfarenzug mit kraftvollen heraldischen Klängen. Der Jugendzug präsentierte sich vor voll besetzten Plätzen in Bestform und entführte das Publikum mit einem Stück in die „Serengeti“. Die Fahnenschwinger zogen die Zuschauer erneut in ihren Bann, bevor der Hauptzug mit einem abwechslungsreichen Finale überzeugte. Neben traditionellen Marschklängen sorgte insbesondere das Werk „African Sounds“ für Begeisterung und zeigte die große Bandbreite moderner Spielleutemusik.

Der Vereinsvorsitzende Manuel Gumpert zeigte sich hochzufrieden mit der Veranstaltung und blickt optimistisch in die Zukunft: „Die große Resonanz bestätigt uns in unserer Arbeit und motiviert uns, weiterhin neue Wege zu gehen, um Menschen für die Musik zu begeistern.“

Neue Ausbildungskurse starten im Juli

Für alle, die selbst Teil dieser musikalischen Gemeinschaft werden möchten, bietet der Verein ab Juli neue Ausbildungskurse an. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können die Instrumente Spielmannsflöte, Fanfare, Schlagwerk (Trommel), Lyra (Mallets) sowie das Fahnenschwingen erlernen – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich vorab beim Info- und Anmeldeabend am 20. Mai 2026 um 18:00 Uhr in den Vereinsräumen in der Oberen Torstraße 7 in Hofheim zu informieren. Dort gibt es Einblicke in die Ausbildung und das Vereinsleben. Im Anschluss besteht zudem die Möglichkeit, die Instrumente selbst auszuprobieren.

Für eine bessere Planung wird um Voranmeldung gebeten. Weitere Informationen und Anmeldung bei: E-Mail: silke.johanni@spielmannszug-hofheim.com

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Bericht: Silke Johanni

Bilder: Jessica Dümpert  

33 Jahre. Ein Lebenswerk. Herzblut. Spielleute.

Mit lang anhaltendem Applaus verabschiedete der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim seinen Vorsitzenden Bernd Werner nach 33 Jahren aus dem Amt und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Es war mehr als ein Abschied – es war die Würdigung eines Lebenswerks.

In seiner Rede erinnerte er an das Jahr 1992, als er als Stellvertreter begann – in einer Zeit, in der Mobiltelefone „so groß wie ein Mauerstein“ waren und Informationen über das Festnetz liefen. Was als Engagement begann, wurde zu einer Ära voller Ideen, Tatkraft und Verlässlichkeit. Aus Verantwortung wuchs eine prägende Kraft für Generationen.

Mit Weitblick und ruhiger Hand führte Werner den Verein durch gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen, ohne dessen Herz zu verlieren: den Rhythmus, das Miteinander, die Leidenschaft für die Spielleutemusik. 2001 erfolgte die Eintragung als gemeinnütziger Verein – ein Meilenstein für die Zukunft. Tage der offenen Tür, Schulprojekte und die Gründung eines Jugendzuges sicherten früh den Nachwuchs. Diese Initiativen hätten dem Verein, wie er selbst sagte, „ziemlich den Arsch gerettet“.

Auch musikalisch setzte er Maßstäbe: Als erster Spielmannszug seit dem Zweiten Weltkrieg zog Hofheim mit klingendem Spiel durch das Brandenburger Tor. Internationale Festivals, große Musikfeste und der Heimatpreis Bayern als erster Spielmannszug folgten. 617 dokumentierte Auftritte seit 1992 stehen für außergewöhnliche Präsenz – und für unzählige Proben, Organisation und Verantwortung im Hintergrund.

Doch nachhaltiger als Zahlen bleibt der Geist, den er verkörperte: Teamgeist, Zusammenhalt, Respekt. Nie stellte er sich ins Zentrum, sondern verstand sich als „Hüter einer Idee auf Zeit“.

Mit bewegenden Worten nahm er Abschied aus der ersten Reihe: Nach vielen „Dacapos“ sei nun das „Fine“ gekommen – doch er bleibe als Musiker in der letzten Reihe.

Mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden ehrt der Verein nicht nur eine außergewöhnliche Amtszeit, sondern einen Menschen, der geprägt, gefördert und verbunden hat. Sein Takt wird weiterklingen – im Gleichschritt der Trommeln, im Klang der Fanfaren und Flöten und im starken Gemeinschaftsgefühl des Fanfaren- und Spielmannszuges Hofheim.
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Bericht: Silke Johanni
Foto: Dominic Johanni