Wachsender Jugendzug bereitet sich auf die Bayerische Meisterschaft der Spielleute vor

Wachsender Jugendzug bereitet sich auf die Bayerische Meisterschaft der Spielleute vor

Der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim gilt als Aushängeschild der Stadt und ist weit über die Landesgrenzen bekannt. Für ihre gute Jugendarbeit haben die Hofheimer Spielleute bereits seit 2006 durchgängig den „Junior Award“ des Nordbayerischen Musikbundes erhalten. Auch mit dem „Heimatpreis Bayern“ im Jahr 2018 wurde u. a. ihre vorbildliche Jugendarbeit ausgezeichnet.

Alle zwei Jahre haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit bei den Hofheimer Spielleuten im Ausbildungskurs ein Instrument zu erlernen und auch die außermusikalische Gemeinschaft zu erleben.

Seit 2016/2017 bereichert der Jugendzug das musikalische Ausbildungsprogramm der Spielleute. Hier können die jungen Musiker die ersten gemeinsamen Erfahrungen im Orchester machen. Bereits nachdem die Kinder die ersten Töne spielen können werden Sie in den Jugendzug aufgenommen. Sie lernen hier das gemeinsamen Musizieren mit Jugendliteratur und werden mit leichten Werken aus dem Hauptzug vorbereitet.

Den ersten öffentlichen Auftritt in der Orchesterformation hatte der Jugendzug am Tag der offenen Tür im Mai 2019 und hat das Publikum mit ihrem Können überrascht.

Ein großes Highlight in der jungen Phase des Jugendzuges wird die erste Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft der Spielleute sein. Der Landesverband für Spielmannswesen Bayern e.V. richtet diese am 26.10.2019 in Feuchtwangen beim dort ansässigen Spielmannszug aus.
Bereits seit Mai treffen sich die 30 Jugendlichen regelmäßig und proben fleißig an ihren Stücken. Unter der Leitung von Silke Johanni werden die Musiker „We are marching on“ und „The Thunderer“, beides Bearbeitungen von Felix Braunfels für kombinierte Spielleuteorchester, in der Unter- bzw. Mittelstufe einer Fachjury vortragen. Bei den Wertungsspielen wird das Orchester nach verschiedenen musikalischen Aspekten bewertet und mit anderen Jugendzügen verglichen. Insgesamt stellen sich vier Jugendzüge aus ganz Bayern den Wertungen an der Meisterschaft. Bewertungskriterien sind neben dem Gesamteindruck auch Intonation, Dynamik, Rhythmus und Zusammenspiel. Die Jury wird dabei aber auch auf die Tonqualtiät und die Klangbalance im Orchester achten. Ebenso wird auf die Interpretation des Werkes und die Stückauswahl großen Wert gelegt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und stehen nun in den letzten Zügen. Die jungen Musiker arbeiten aktuell am Feinschliff der Stücke, um in der Wertung ein gutes Ergebnis zu erzielen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ein besonderes Erlebnis für die jungen Spielleute wird auch das Kennenlernen der anderen Spielmannszüge und deren Vorträge sein.

Neben dem Jugendzug wird auch der Hauptzug vom Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim sich in seiner Kategorie Spielmannszügen aus ganz Bayern der Wertung stellen.

Aber nicht nur die Bayerische Meisterschaft beschäftigt aktuell den Jugendzug, sondern auch die Integration neuer Musiker. In den kommenden Wochen werden weitere 12 junge Spielleute aus dem Ausbildungskurs 2019 integriert. Nach nur drei Monaten Unterricht am Instrument, hatten sie mit dem Jugendzug am vergangenen Samstag ihre erste Probe im Orchester. In dieser Probe haben sie bereits für ihren ersten gemeinsamen Auftritt an der vereinsinternen Weihnachtsfeier ein Stück angespielt und werden die Proben in den nächsten Monaten intensivieren. Die neuen Eindrücke waren für den Nachwuchs sehr beeindruckend und haben einen Einblick gegeben, was in Zukunft auf sie zukommen wird.

Bericht: Silke Johanni
Foto: Dominic Johanni

Vorbereitung auf die Bayerische Meisterschaft läuft

Im Herbst werden die Hofheimer Spielleute wieder an der Bayerischen Meisterschaft der Spielleute im Landesverband für Spielleutewesen in Bayern teilnehmen. Sie werden ihr Können mit anderen Zügen messen und wollen dabei eine gute Platzierung erspielen.

Deshalb beginnen die Spielleute ihre Vorbereitungen hierfür bereits im Frühjahr. Im Schieferpark Lehesten studierten sie am Probenwochenende das erste von zwei Stücken ein. Hierzu haben sie sich extra den Komponisten des Werkes „Kaskade“ eingeladen. Hermann Dirscherl erlernte mit den 50 Musikern das neue Stück und übte es bis ins kleinste Detail. Sie arbeiteten nicht nur an Rhythmik und Dynamik, sondern auch Artikulation und Ausdruck war der Arbeitsschwerpunkt bei dem neuen Stück. Vor allem der stufenartige Aufbau der einzelnen Motive fordert von den Musikern eine hohe Konzentration, was bestimmt auch ein Grund dafür ist, dass dieses Stück vom Schwierigkeitsgrad in der Oberstufe angesiedelt ist.

Während Dirscherl sich hauptsächlich um die Ausbildung der Flöten und Trommler kümmerte, erhielten die Fanfaren von ihrem langjährigen Dozenten Rainer Zips gesonderte Übungseinheiten. Er ging neben dem neuen Werk besonders auf Intonation, Spieltechnik und Tonbildung ein, um das Klangbild der Fanfaren zu verbessern.

Auch für das Standardrepertoire hatte Dirscherl ein paar Kompositionen im Gepäck dabei. Er spielte mit den Hofheimer Spielleuten drei Stücke an, von denen sich die Musiker in einer Abstimmung für den kombinierten Marsch „Fit for Fun“ entschieden haben. Diesen werden sie im Laufe des Jahres in ihr Repertoire einbauen und zu Gehör bringen.

Die Fahnenschwinger hatten mit Pascal Wilczek, René Dölz und Ronny Wilczek von der Fahnengarde Vogtland e.V. fachkundige Dozenten zur Seite, die ihnen mit vielen Tipps und Tricks zu Rate standen. Hauptaugenmerk für die Fahnenschwinger waren die neuen Wurffiguren, die sie erlernten und sich freuen diese am Tag der offenen Tür am 14.04.2019 erstmalig zu präsentieren.

In diesem Jahr durfte auch wieder der Nachwuchs mit zum Probenwochenende. Sie haben die Stücke intensiviert, die sie mit dem Jugendzug am Tag der offenen Tür vortragen dürfen. Von den externen Dozenten Dirscherl und Zips haben sie viel gelernt und ein paar Tipps zu ihrem Spiel bekommen. Ebenso erhielten die Kinder wieder eine Einheit mit den Grundlagen beim Marschieren, damit sie auf ihre baldige Aufgabe im Hauptzug vorbereitet werden. Das Freizeitprogramm für den Nachwuchs führte sie dieses Mal um den malerischen Schiefersee. Hier konnten sie die Natur bewundern und Schiefertafeln sammeln, die sie sofort bemalten und als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten.

Auch die „Großen“ haben unter der Leitung von Oberstleutnant a.D. Jürgen Bereiter ihre Marschkenntnisse aufgefrischt und kleine Unstimmigkeiten, die sich unterm Jahr eingeschlichen haben, korrigiert. Dies ist eine wichtige Grundlage für den Auftritt bei der Marschparade „Gordons on Parade“ in Fulda, an dem der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim vom 31.05.-01.06.2019 auf Schloss Fasanerie mit einer kleinen Show teilnehmen wird.

Zum krönenden Abschluss des Probenwochenendes spielte der Hauptzug zusammen mit dem Nachwuchs ein gemeinsames Konzertstück. Hier konnten die „Kleinen“ das Feeling der „Großen“ kennen lernen und hatten sehr viel Spaß dabei.

Bericht: Silke Johanni

Bilder: Dominic Johanni

Bayerische Meisterschaft Furth i. Wald

Hofheimer Spielleute bleiben auf dem Erfolgskurs

Der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim nahm an der 21. Bayerischen Meisterschaft des Landesverbandes für Spielmannswesen in Bayern als einer von 14 Spielmannszügen mit insgesamt ca. 700 Musikern aus ganz Bayern teil

Bereits um 05:30 Uhr machten sich die 40 Spielleute auf den Weg in die Stadt des Drachenstichs nach Furth im Wald, denn schon um 09:40 Uhr hatten sie ihre erste Wertung im Konzert zu spielen. Direkt nach ihrer Ankunft spielten sich die Bläser kurz ein und das Schlagwerk baute alles nötige für die Wertung im Konzert auf. Mit weiteren fünf Fanfaren- und Spielmannszügen maßen sich die Hofheimer Spielleute in der „Königsdisziplin“, die gemischte Besetzung. Unter ihnen auch der amtierende Deutsche Meister „Grenzfähnlein“ Furth im Wald. Als Deutscher Vizemeister galten die Hofheimer unter den anderen Vereinen auch als einer der Favoriten für den Titel des Bayerischen Meisters. Wie bereits in Chemnitz bei der Deutschen Meisterschaft spielten sie wieder „Big Fun“ von Herrmann Dirscherl und „Veste Coburg“ von Christoph Ahlemeyer. Beide Komponisten waren in Furth im Wald auch vor Ort und hörten die Hofheimer Spielleute mit ihren Kompositionen und wurden nicht enttäuscht, denn die Darbietung übertraf die Wertung der Deutschen Meisterschaft.

Den Nachmittag verbrachten die Spielleute mit dem Zuhören bei den Wertungsspielen der anderen Kategorien und mit einer Führung durch die Further Felsengänge, die viele begeisterte.

Am späten Nachmittag hieß es noch einmal „Antreten“. Gemeinsam mit vier weiteren Spielmanns- und Musikzügen maßen sich die Hofheimer auch im Marschieren. Als letzte Gruppe des heutigen Tages traten sie zur Wertung an. Hier wurde viel Wert auf die Optik und Genauigkeit gelegt. Nicht nur der Gleichschritt, sondern auch gleichmäßige Aufnahme der Instrumente, Anhalten und exakte Schwenkungen sowie Intonation, Dynamik und die Musik wurde bewertet. Auch hier legte der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim ein gutes Bild ab und erntete viel Beifall von Zuschauern und Konkurrenz.

Am Abend stand die feierliche Siegerehrung in der Drachenstichfesthalle auf dem Plan. Nach ein paar Musikalischen Einlagen des anwesenden Spielmannszuges aus Beyharting marschierte die Fahnenabordnung aller Teilnehmer der 21. Bayerischen Meisterschaft der Spielleute des LSW Bayern ein. Zu Beginn bemerkte der Further Bürgermeister Sandro Bauer „Die Musik spielt in Bayern“ und bemerkte zu Recht, dass alle Finalteilnehmer der Deutschen Meisterschaft aus Bayern kamen und bei der Bayerischen Meisterschaft in Furth im Wald wieder aufeinander tra

fen. Die Finalteilnehmer der Deutschen Meisterschaft kamen auch alle mit einem Titel nach Furth.

So traten die „Fränkischen Herolde“ Neubrunn als Deutscher Meister in der Fanfarenklasse an, der Spielmanns- und Fanfarenzug „Grenzfähnlein“ Furth im Wald als Deutscher Meister in der gemischten Besetzung, sowie der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim als deutscher Vizemeister in der gemischten Besetzung. Groß war daher die Spannung bei allen anwesenden Spielleuten bei der Siegerehrung.

Der Vorsitzende des Landesverbandes für Spielmannswesen in Bayern Franz Kleisinger sprach den teilnehmenden Spielleuten großen Respekt für ihre geleistete Qualität und Engagement aus, die durch die sehr gute Leistung bei diesem Wettbewerb belegt wurde. Der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim konnte auch bayernweit seinen 2. Platz verteidigen und musste sich nur dem deutschen Meister Spielmanns- und Fanfarenzug „Grenzfähnlein“ Furth im Wald geschlagen geben. Die Hofheimer erreichten mit 83 Punkten das Prädikat „sehr gut“ und ließen den Kolpingspielmannszug Oberviechtach, Stadtspielmannszug Viechtach, Spielmanns- und Fanfarenzug Bad Windsheim und den Spielmannszug TSV Gersthofen in der Wertung hinter sich.

In der Marschwertung war das Feld eng beieinander und es ging hier nur um Kleinigkeiten, denn alle Teilnehmer erhielten das Prädikat „hervorragend“. So lagen alle Teilnehmer nur 1 Punkt auseinander. Der Bayerische Meister im Marschieren bleibt der unumstrittene Favorit der Moderne Spielmanns- und Fanfarenzug  Retzbach mit 93,67 Punkten gefolgt vom Spielmannszug Rosenheim und dem Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting. Den vierten Platz belegten mit Punktgleichheit und nur drei Punkten Rückstand zum Bayerischen Meister mit 90,67 Punkten und dem Prädikat „hervorragend“ der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim sowie der Moderne Musikzug Amorbach.

Nach der Siegerehrung spielte der Moderne Spielmanns- und Fanfarenzug Retzbach in der Festhalle ein paar Stücke und sorgten für Partystimmung. Alle anwesenden Spielleute der verschiedenen Vereine feierten gemeinsam wie eine große Familie.

Auf der Heimfahrt feierten die Hofheimer Spielleute gebührend ihren Erfolg und freuten sich, dass das harte Proben der letzten Wochen sich bezahlt gemacht hat und sogar noch eine Steigerung zur Deutschen Meisterschaft erreicht wurde.


Bericht: Silke Johanni